STEIGENDE IMMOBILIENPREISE – WIE ATTRAKTIV IST ERBBAURECHT?

Erbbaurecht – umgangssprachlich auch Erbpacht – begegnet uns immer häufiger.
Doch was bedeutet es, wenn ein Haus oder eine Eigentumswohnung auf Erbpacht zum Kauf angeboten wird?
Die Erbpacht regelt das Recht zur Nutzung einer Immobilie auf fremdem Grund und Boden für einen festgeschriebenen Zeitraum. Viele Kirchen und Kommunen, aber auch Privateigentümer, besitzen Grundstücke. die sie auf Grundlage des Erbbaurechtgesetzes verpachten.
Der Erbbaurechtgeber bleibt Eigentümer, dem Käufer des Grundstücks gehört jedoch alles, was er darauf baut. Außerdem kann er sein Erbbaurecht auch wieder verkaufen.
Insbesondere in Zeiten hoher Grundstücks- und Immobilienpreise sichert diese Form die Liquidität des Käufers.

Was kostet Erbbaurecht?
Der Erbpachtzins variiert individuell, die monatliche Belastung ist tatsächlich jedoch deutlich geringer als der Kauf von Grund und Boden sowie Immobilien.
Auch bei Eigentumswohnungen kann der Anteil oft 30 % unter einem vergleichbaren Nicht-Erbpachtobjekt liegen. Muss man diesen Mehrbetrag finanzieren, ergibt sich so eine weitaus höhere monatliche Belastung.
Da der Erbbauzins häufig unter dem Zinssatz von Immobiliendarlehen liegt, lassen sich die Finanzierungskosten spürbar senken. Zudem benötigen Bauherren ohne den Kaufpreis des Erbpachtgrundstücks weniger Eigenkapital.

Wer zahlt die Grunderwerbssteuer und laufende Abgaben?
Der Erbbaurechtsgeber trägt die Lasten wie laufende Gebühren, da er auch den Nutzen des Grundstücks besitzt.

Wie lange läuft das Erbbaurecht?
Die Pachtzeit kann bis zu 99 Jahren dauern und erlischt mit Ablauf automatisch. In der Regel werden Verträge verlängert oder erneuert, so dass diese auch über Generationen hinweg dem Käufer erhalten bleiben können.
Bei Erlöschen gehen Grundstück und Immobilie in den Besitz des Erbbaurechtsgebers über und der Erbbaurechtsnehmer enthält eine Entschädigung (zwischen 70 und 100 % des Verkehrswertes) für die ihm gehörenden Gebäude oder Gebäudeanteile.

Was muss der Erbbaurechtnehmer beachten?
Auch der Erbpachtnehmer hat Pflichten. So darf er das Pachtgrundstück nicht verwahrlosen lassen oder muss je nach Vertrag binnen eines bestimmten Zeitraums mit dem Bau der Immobilie beginnen.
Wird gegen den Vertrag verstoßen, erfolgt die Rückgabe vor Ablauf, so genannte Heimfall.

Fazit: Der Kauf von Erbpachtobjekten ist kostengünstiger als der konventionelle Immobilienkauf, da die Zinsen beim Erbbaurecht meist geringer sind als Baudarlehenszinsen.
Wenn Sie als Immobilienbesitzer ein Objekt in Erbpacht erfolgreich veräußern möchten, sollten Sie von Beginn an auf professionelle Unterstützung durch einen Immobilienmakler setzen. Sollten Sie als Käufer verunsichert sein, lassen Sie sich vom vermittelnden Immobilienmakler die individuellen Vertragsdetails erläutern.

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